Klärung der Verantwortung

von
Franz Arnold
|
27.03.2018 | 2 Kommentare
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Wenn wir Eigenständigkeit und Agilität in der Arbeitswelt wollen, dann ist die Klärung der Verantwortung eine unverzichtbare Voraussetzung. Damit ist gemeint, dass eindeutig und ausdrücklich verabredet wird, welchen Beitrag der Einzelne leisten soll.

Wir sprechen im Rahmen der Führung von Verantwortung, um zu verdeutlichen, dass es nicht primär um die Durchführung von Arbeit geht, sondern dass es darauf ankommt, das mit meiner Aufgabe beabsichtigte Ergebnis zu erreichen.

Diese Orientierung am Ergebnis gibt die Freiheit, den Weg zu gehen und die Mittel einzusetzen, die für den Erfolg der Arbeit sinnvoll sind. Das bedeutet aber auch, dass ich erst dann zufrieden sein kann, wenn ich das verantwortete Ergebnis erreicht habe.

Es ist in der Praxis oft erstaunlich, wie wenig klar die Verantwortung des Einzelnen ist. Es fehlt häufig die Verständigung dazu und es mangelt an der Festlegung, auf was es ankommt. 

Damit wird deutlich, dass die Führungskraft gefordert ist, die Verantwortung zu klären. Ebenso klar ist, dass dazu jeder seine Verantwortung selbst beschreiben muss. Der Prozess zur Klärung der Verantwortung führt dahin, jedem deutlich zu machen, was er beitragen soll – und dafür seine Verantwortungsbereitschaft zu mobilisieren.

Die Klärung der Verantwortung schafft Verbindlichkeit: Die Führungskraft legt sich fest, auf was es ankommt, und der Mitarbeiter erklärt die Bereitschaft, für die Erreichung seines Ziels  Verantwortung zu übernehmen.

Kommentare

Hallo Herr Arnold,
Ihre Anmerkungen in allen Ehren - aber schauen wir doch einmal genauer hin. Agilität wird mit Scrum oder sonstigen Modellen verwechselt, die Bereitschaft, Verantwortung (im Sinne von Rechten und Pflichten) auch tatsächlich zu delegieren, geht gegen Null - im Gegenteil - agile Modelle erhalten einen auf Kontrolle ausgelegten Überbau und Agilität dient als Vorwand, um die Produktivität der immer weniger Rudernden zu steigern, um das alte Bild des Achters mit 7 Steuerleuten zu strapazieren.
Ich könnte allein aus den letzten 4 Jahren mehr als 4 Beispiele nennen ...
Agilität erreichen wir nur, wenn die Verantwortlichen ganz oben die Bereitschaft entwickeln, Verantwortung auch worklich abzugeben - zu delegieren. Darn scheitert es - nicht an der Bereitschaft derjenigen (auf Aerbeitsebene), Verantwortung zu übernehmen.

Hallo Herr Weitzel, Ihre kritische Ausführung zur Agilität verstehe und teile ich; damit Agilität entsteht, ist in den meisten Unternehmen erheblicher Kulturwandel erforderlich. Wenn dieser gelingt, und wenn agil gearbeitet wird, dann allerdings ist es ein erfolgversprechender Weg, wie beschrieben die Verantwortung zu klären.