Morgen ist auch noch ein Tag – Vom Umgang mit der Aufschieberitis

von | 14.08.2019 | 0 Kommentare
Average: 4.5 (2 votes)
Abonnieren
Wer kennt das nicht? Unangenehme Aufgaben werden verschoben bis es nicht mehr geht. Dieses erlernte Verhalten wird zunehmend untersucht und nennt sich ‚Prokrastination’ (lat. Zusammensetzung aus pro „für“ und crastinum „Morgen“). Das Gegenteil ist die Präkrastination, der Drang alles sofort zu erledigen.

Um der unangenehmen Aufgabe auszuweichen werden zahlreiche Ablenkungsmanöver versucht, da werden die Fenster geputzt, der Kühlschrank leer gegessen oder die Oma angerufen. Das ist immer gleichzeitig verbunden mit Gewissensbissen und Versagensangst, das Aufschieben kostet uns immense Energie.

Ein 1. Schritt im Umgang mit der Aufschieberei ist die Akzeptanz. Je sanfter wir mit unserem Verhalten umgehen, umso eher können wir es verändern. Wenn wir uns selbst verurteilen und streng mit uns sind, wird uns das Verhalten länger erhalten bleiben. Die Ursachen für das Verschieben sind komplex und reichen von Überforderung bis zum unzureichenden Verständnis der Aufgabe. Die Verschiebung kann auch nützliche Seiten haben: Während ich mich ablenke, kann die Aufgabe im Hintergrund ‚offline’ weiterreifen, so kann ein kreativer Prozess entstehen, der durch das sofortige Abarbeiten der Aufgabe nicht hätte entstehen können.

Im 2. Schritt können Methoden zur Selbstdisziplin Früchte tragen, wie z.B.: die schrittweise Annäherung an die Aufgabe durch Einteilung in Teilziele, das Festlegen der Deadline, Rituale auf dem Weg zur Erledigung zur Aufgabe, sozialer Druck oder gar Strafe, oder auch die klarere Definition der Aufgabe durch die Führungskraft.

Kreativität braucht Stille

von | 12.06.2019 | 0 Kommentare
Average: 4.2 (5 votes)
Abonnieren
Kreativität ist in diesen Zeiten auch in der Arbeitswelt besonders ‚in’. Kreativität (lat. creatio = Schöpfung) beschreibt die Fähigkeit und Eigenschaft eines Menschen, unkonventionell zu denken, originelle Ideen und Problemlösungen zu entwickeln, die nützlich sind. Fachwissen reicht in vielen Branchen und Berufen nicht mehr aus. Ein kreativer und querdenkender Schöpfergeist wird immer mehr gefragt.

Nicht jeder verfügt über das Talent schöpferisch und außergewöhnlich zu denken. Aber wie kann man die eigene Kreativität fördern?

Kreativität braucht Stille: Wer regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg die Stille nutzt, verbessert seine kognitiven Leistungen enorm. Das zeigen inzwischen zahlreiche Studien über die Wirkung der Meditation. Stille ist eine wesentliche Voraussetzung für Konzentration, Wohlbefinden und Denkvermögen.

Wer nur noch reagiert, abarbeitet und nach Routine funktioniert kann nicht mehr schöpferisch sein. Spätestens dann ist Zeit für regelmäßige Zeiten der Stille. Sie müssen nicht gleich zum Retreat ins Kloster fahren, auch ein Spaziergang, kurze mentale Übungen können schon hilfreich sein um ein ‚Brain-Break’ – eine kurze Gehirnpause zu erreichen. Dadurch klären Sie ihren Geist und es entsteht Raum für neue und ganz andere Gedanken. Eine pragmatische und effiziente Hilfe ist die Meditations-App „7mind’, das Abo wird inzwischen sogar von den meisten Krankenkassen erstattet.

Führung braucht Werte

von | 17.04.2019 | 0 Kommentare
Average: 4.5 (6 votes)
Abonnieren
Warum brauchen wir Werte, ist nicht alles schon kompliziert genug? Werte bestimmen unser Handeln und sind somit wie eine Art ‚Kompass‘ maßgeblich für die Richtung, die wir einschlagen. Die Gründer-Brüder der Aldi-Märkte waren gelenkt durch die Werte der ‘Sparsamkeit‘ und ‚Bescheidenheit‘, das prägt das Unternehmen bis heute.

Jede Gemeinschaft, ob Familie, Unternehmen, Religion, Partei oder Fußball-Verein wird von Werten gesteuert. Sie fließen ein in Normen und Regeln und prägen die Kultur dieser Gemeinschaft. Werte werden jedoch in der Führungsarbeit immer noch unterbewertet, eine intensive Auseinandersetzung damit lohnt sich.

Erfolgreiche Unternehmer und Führungskräfte orientieren sich an klaren Werten, bewusst oder unbewusst. Das können z.B. Beständigkeit, Fleiß, Fairness, Idealismus, Leichtigkeit, Aufrichtigkeit, Würde, Unbestechlichkeit, Selbstdisziplin, Loyalität, oder Mut sein. Diese Werte machen Sie als Mensch und Führungsperson einschätzbar für ihre Mitarbeiter. Sie stehen unter anderem für Zuverlässigkeit.

Zuverlässigkeit gibt Sicherheit, das ist insbesondere in unruhigen Zeiten des schnellen Wandels wichtig. Werte können Sie hegen und pflegen, Sie können sie trainieren wie ihre Kondition und ihre Muskeln. Sie tragen ein enormes Kraft- und Sinnpotenzial in sich, geben Halt und Orientierung in Krisen.

Ihre Werte sind damit die Basis des Führungshandelns, das von Werten zu Wertschöpfung führt.

Fairness in der Führung

von | 20.02.2019 | 0 Kommentare
Average: 5 (5 votes)
Abonnieren
Der berühmte Verhaltensforscher Frans de Waal hat das moralische Verhalten von Affen untersucht. Eine Forscherin gab dem Affen im Experiment Gurkenscheibchen, wenn der Affe ihr im Tausch kleine Steine reichte. Der Affe machte das Spiel solange friedlich mit, bis er bemerkte, dass ein Artgenosse im Nachbarkäfig leckere Trauben anstelle der Gurkenscheiben bekam.

Das erlebte er als unfair und reagierte mit Wut, Neid und Ärger. Ein ausgeprägter Sinn für Fairness ist somit schon bei unseren Vorfahren tief verankert.  

 

Fairness ist auch für uns Menschen ein sehr bedeutsamer Wert. Wir haben eine sensible Antenne für ungerechte Behandlung und reagieren mit starken Gefühlen, wenn wir uns vom Vorgesetzten unfair behandelt fühlen und ein Kollege bei gleicher Leistung bevorzugt behandelt wird. Unfairness im Unternehmen führt deshalb zu massivem Vertrauensverlust, zu emotionalem Rückzug, zu Unproduktivität, zu Fehlzeiten, Diebstahl, Demotivation, Widerstand bei Veränderungen.

Fairness ist eine wesentliche Führungskompetenz um die Bindung und Motivation ihrer Mitarbeiter zu stärken. Das erfordert eine regelmäßige Reflektion des eigenen Tuns. Überprüfen Sie wie sehr Sie sich in ihrem Verhalten vom Sympathie-Faktor leiten lassen: Mit welchem Mitarbeiter gehen Sie Mittagessen, wer wird ignoriert? Wer bekommt die spannenden Aufgaben, mehr Lob, mehr Geld? Ein Gegensteuern der Ungleichbehandlung durch den sehr menschlichen Sympathie-Faktor ist ein erster wichtiger Schritt zur Fairen Führung.

 

Humor ist Chefsache

von | 12.12.2018 | 0 Kommentare
Average: 4.8 (6 votes)
Abonnieren
Schon der Volksmund kennt die alte Weisheit: Lachen ist die beste Medizin! Für den Körper ist das Lachen die reinste Gesundheitskur: Herzfrequenz und Blutdruck sinken, der Körper entspannt sich, Glückshormone werden produziert und Schmerzen werden gelindert. Es ist somit eines der wirksamsten Mittel gegen Stress.

Auch im Arbeitsalltag ist Humor eine wertvolle Kompetenz, die Führungskräfte bewusst einsetzen können. Humor schafft es in schwierigen Situationen eine augenzwinkernde Metaperspektive einnehmen zu können, und dadurch eher zu einer konstruktiven Lösung zu kommen. Humor schafft dann den notwendigen Abstand, um sich der Situation bzw. der Problematik von einer anderen Seite zu nähern, die sonst verborgen geblieben wäre, weil wir uns ins Problem ‚festgedacht’ haben. Lachen fördert damit die Leistung.

Humorvolle Menschen werden als sympathisch erlebt. Man sucht eher ihre Nähe, weil sie durch ihre Eigenschaft – das Leben nicht allzu ernst zu nehmen – ansteckend und wie ein Energiequell wirken.

 Ein feiner Humor, der authentisch und sensibel den passenden Ton für das Gegenüber findet, ist der kürzeste Weg zwischen Menschen - Humor verbindet. Vorsicht an der Stelle: Humor kann auch schief gehen, wenn es zotig, zynisch, ironisch wird, kann der Humor auch schnell missverstanden werden und zu einer Irritation oder gar einem Konflikt führen.

 Eine humorvolle Führungskraft muss sich nicht um ihre Autorität sorgen, ganz im Gegenteil. Eine Führungskraft, die sich selbstironisch mit den eigenen Unzulänglichkeiten angefreundet hat, wird auch eher mit den ‚kleinen und mittelgroßen Macken’ der Mitarbeiter umgehen können.

Zuhören-de-luxe: Die Geheimwaffe erfolgreicher Führung

von | 22.08.2018 | 0 Kommentare
Average: 5 (5 votes)
Abonnieren
Zuhören ist eine besondere Kunst. Es bedarf einer inneren Haltung von Geduld, Präsenz und Selbstkontrolle. Ihr Gesprächspartner möchte das Gefühl haben, dass Sie aufrichtiges Interesse am Gesagten haben. Das ist gar nicht so leicht – und schon gar nicht immer.

Das ist eine besondere Herausforderung, wenn Sie es mit einer Plaudertasche zu tun haben, die ausufernde Schleifen dreht. Da bedarf es einer geschickten Gesprächsführung um zu den wirklich wesentlichen Themen zu kommen.

 

Zuhören braucht in einigen Situationen auch die Fähigkeit eine Marsmännchen-Perspektive einnehmen zu können, das bedeutet das Gegenüber ohne eine Vorannahme oder Voreinstellung hören, wahrnehmen, verstehen zu können. Wenn Sie denken, Sie wissen schon was Ihr Gegenüber sagen will, haben Sie vielleicht eine gute Chance verpasst, etwas zu erfahren was Ihr Mitarbeiter an Ängsten, Sorgen, oder auch guten neuen Ideen hat.

 

Dieses ‚Zuhören-de-luxe’ zeigt sich in der Kunst dem Gegenüber aufmerksam zuzuhören, frei von Wertung und OHNE gleichzeitig darüber nachzudenken, was Sie daraufhin antworten können. Menschen haben starke Sehnsucht danach, verstanden, gesehen und gehört zu werden.

 

Führungskräfte sind es gewohnt aktiv und entschieden zu sein. Die Kunst des Zuhörens braucht für eine Zeit die Zurückhaltung. Wirksame Führung entsteht durch Kontakt zu den Menschen. Das erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Es lohnt sich!

Mit der Unsicherheit Freundschaft schließen

von | 18.04.2018 | 0 Kommentare
Average: 4.9 (16 votes)
Abonnieren
Wir leben in unsicheren Zeiten, die Welt verändert sich in einem rasanten Tempo. Unser Leben wird stets komplexer, immer mehr Faktoren stehen in Beziehung zueinander, die wir kaum noch rational erfassen können.

 Wir erleben global eine starke politische Unsicherheit, mit unberechenbaren politischen Führungspersönlichkeiten und bedrohlichen Terroranschlägen. Das Berufsleben hat sich stark verändert und die Digitalisierung wird in den kommenden Jahren eine bis jetzt unkalkulierbare Veränderung mit sich bringen.

Viele reagieren darauf mit Verunsicherung und Angst, je nach Persönlichkeit mehr oder weniger. Was wäre aber wenn das Leben kalkulierbar wäre und die Polarität zwischen Bewahren und Verwandeln aufgelöst wäre? Es wäre grottenlangweilig, es würde eine für uns lebenswichtige Grundspannung fehlen und wir wären nicht lebensfähig.

Die Philosophin Natalie Knapp plädiert dafür, Umbruchsituationen nicht möglichst schnell hinter sich lassen zu wollen, sondern sie auf eine neue Art wertzuschätzen’.

Gerade in Leitungspositionen gilt es das schöpferische Potential von Übergangsphasen zu nutzen.

In der Führungsarbeit sind nun Persönlichkeiten gefragt, die mit der Unsicherheit Freundschaft geschlossen haben und gestalten. Und wir brauchen Führungskräfte, die die Bedürfnisse und Ängste ihrer Mitarbeiter hören, verlässliche Beziehungen aufbauen und im Veränderungsprozess transparente Orientierung bieten.

Was Meditation für Unternehmen bringt

von | 29.11.2017 | 0 Kommentare
Average: 5 (13 votes)
Abonnieren
Die Meditation ist längst nicht mehr nur eine spirituelle Praxis. Ihre positive Wirkung auf die Funktion des menschlichen Gehirns und Organismus wurde in zahlreichen Forschungsprojekten bestätigt. Im September 2017 zeigte ARTE den Film ‚Die heilsame Kraft der Meditation’, der das eindrucksvoll zeigte.

Der Film ist inzwischen auf YouTube zu sehen (52 min.). Auch der Film ‚Innsaeie’, das isländische Wort für Intuition, ist empfehlenswert.

Auch in pragmatischen Kontexten ist die Meditation hilfreich: als Entspannungsmethode, zur Fokussierung der Gedanken, als Stressmanagement, zur Erweiterung der kreativen Prozesse, zur Reduzierung von Angst und Aggression und insgesamt zur Stärkung der seelischen und körperlichen Gesundheit.

In immer mehr Unternehmen (Google, Robert Bosch, Continental etc.) wurde die Meditation oder Methoden der Achtsamkeit eingeführt. Die Sportmarke PUMA hat speziell für Führungskräfte ein Resilienzprogramm aufgesetzt, das ihnen Wege aufzeigt, die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zu erkennen und zu wahren. Die Auswirkungen sind beachtlich: Stärkung der Leistungsfähigkeit und Kreativität, weniger Fluktuation und Krankheitsfälle.

Ich baue in meine Coachings und Trainings Bausteine der Meditation ein, das fördert die Präsenz, Konzentration, das Denkvermögen und die Aufmerksamkeit. Wenn Sie Interesse haben diese Methoden zu lernen, bzw. in ihr Unternehmen zu integrieren, sprechen Sie mich gerne an.

Führung und Intuition: Sie wissen mehr, als Sie denken!

von | 03.05.2017 | 0 Kommentare
Average: 4.9 (35 votes)
Abonnieren
Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt verändern und neue Anforderungen an Führungskräfte stellen. Soweit nichts Neues. Welche besonderen Anforderungen sind das, die die Gestalter der neuen digitalen Welt brauchen?

Im heutigen Beitrag möchte ich eine Fähigkeit in den Vordergrund stellen, die uns Menschen von der künstlichen Intelligenz unterscheidet: die Intuition.

Die Intuition hat in den letzten Jahren in unserer westlichen Welt eine steile Karriere hingelegt. Sie hat es aus der Räucherstäbchenecke der Esoteriker in die Wissenschaft geschafft, und nicht nur dahin. Viele Unternehmer und Führungskräfte treffen intuitive Entscheidungen, begründen diese aber eher ‚fachlich-sachlich’. Die Intuition ist immer noch etwas verpönt und wird damit ‚unter der Ladentheke’ verkauft.

Damit tut man der Intuition gewaltig unrecht, sie ist nämlich ein geniales Multitalent. Sie erweitert die Möglichkeiten der Entscheidungs- und Kursfindung enorm. Das Wort Intuition stammt vom lateinischen intuitio ab, d. h. etwas unmittelbar ansehen. Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin nennt die Intuition „das gefühlte Wissen“. Dieses gefühlte Wissen kann man nicht begründen, also nicht in Sprache ausdrücken. Unser Gehirn hat viele Bereiche, die der Sprache nicht zugänglich sind, in denen aber wertvolle Informationen gespeichert sind. Die Intuition ist somit ein nützlicher Kompass in einer komplexer werdenden Welt, die sich in einem rasanten Tempo entwickelt und aktuell von vielen Unsicherheiten gekennzeichnet ist. 

Maschinen können zählen, aber nicht denken. Um die zukünftigen Herausforderungen zu meistern, sind kreatives Denken und kreative Prozesse gefragt, die mehr sind als das Ergebnis eines analytischen, vernünftigen Abwägens. Gefragt ist das richtige Maß von Logik und Intuition, sie sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich ideal.

Kann man Intuition lernen, trainieren? Was meinen Sie?

RSS - Beate Rahn abonnieren