Offenheit ist Führungsaufgabe

von | 15.11.2017 | 0 Kommentare
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Immer häufiger erlebe ich, dass Führungskräfte kein zutreffendes Bild der Sicht ihrer Mitarbeiter/innen von ihrer eigenen Person haben. Sie wissen nicht, was diese eigentlich von ihnen halten und wie zufrieden sie mit der Führung sind.

Dies wäre aber wichtig, damit die Führungskräfte auf ihre Mitarbeiter/innen besser eingehen können und damit sie sich selbst entwickeln und verbessern können.

Die erste Voraussetzung für eine offenere und wahrheitsgemäße Kommunikation der Mitarbeiter/innen mit ihrer Führungskraft ist zunächst das Interesse der Führungskraft an konstruktiver Kritik. Oft fehlt es daran, weil diese Führungskräfte zu sehr von sich überzeugt sind.

Ein großes Hindernis ist aber auch die Bereitschaft der Mitarbeiter/innen, sich offen zu äußern. Das kann an der Bequemlichkeit liegen, sich den Stress der Auseinandersetzung zu ersparen. Ein anderer Grund ist die Haltung, sich selbst durch ein offenes Wort nicht zu schaden.

Damit sind wir bei dem wichtigsten Hemmnis: das mangelnde Vertrauen in die Führungskraft. Dieses Vertrauen hängt vor allem vom Verhalten und von der Art der Kommunikation seitens der Führungskraft ab.

Deshalb ist die für eine gute Zusammenarbeit grundlegende Offenheit der Mitarbeiter/innen die Aufgabe der Führungskraft. Der heute oft gewählte Ausweg anonymer Verfahren ist immer der zweitbeste Weg.

Die Ungeduld der Macher

von | 13.09.2017 | 1 Kommentar
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Sie begegnen mir immer wieder: die ungeduldigen Macher. Sie sind talentierte, engagierte und auch ziemlich erfolgreiche Menschen. Sie hätten aber mehr Erfolg, wenn sie sich weniger mit der Sache und mehr mit den Menschen beschäftigen würden.

Viele Manager sind Kaufleute, Techniker, Juristen, Mathematiker – und auf jeden Fall rationale Denker. Sie widmen sich ihrer Aufgabe, verfolgen Ziele, wissen, worauf es ankommt, und sie setzen sich mit Energie und Wille für ihren Erfolg ein.

Natürlich haben sie als gebildete und mit dem Zeitgeist vertraute Führungskräfte auch wahrgenommen, dass die Mitarbeiter für den Erfolg wichtig sind, dass Führung eine wesentliche Aufgabe ist und dass Change methodisches Handeln erfordert.

Aber im Alltag und in den wichtigen Managementschlachten dominieren Überzeugungen zur Sache und Durchsetzungswille. Wenn es darauf ankommt, wenn ein Erfolg zum Greifen nahe ist oder wenn das Vorhaben zu scheitern droht, handeln sie getrieben von der Sache.

„Getrieben von der Sache“, das heißt, nicht mehr lange zu fragen und zuzuhören, nicht mehr geduldig zu diskutieren, sondern Feststellungen zu treffen, Konsequenzen aufzuzeigen, Anforderungen zu beschreiben und Commitments einzufordern.

Es ist diese Dynamik vieler Führungskräfte und Manager, die gemeinsame Erfolge gefährdet, oft verhindert. Der Bedarf an Kommunikation zum Vorhaben, an Verständigung zu Fraglichem und an Verarbeitung von Ungeliebtem wird massiv unterschätzt.

Zeitökonomie

von | 10.05.2017 | 0 Kommentare
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In der Praxis stellt sich immer wieder die Frage, wie viel Zeit ist für gute Führung sinnvoll und erforderlich?

Diese Frage stellt sich aus zwei Perspektiven: Methodisch muss man fragen, wie viel Zeit für gute Führung nötig ist. Ökonomisch betrachtet will mancher nur so viel Zeit aufwenden, wie unbedingt erforderlich ist.

Gute Führung will Menschen erreichen, überzeugen und bewegen. Dazu sind Vertrauen, Verständnis, Austausch und Einvernehmen nötig.

Vertrauen erfordert Vertrautheit. Verständnis braucht Zeit, zu denken und zu verstehen. Austausch bedeutet Zuhören, Dialog, Argumentation. Einvernehmen wird erreicht, wenn der Gesprächspartner seinen Weg zu den Ideen und Zielen der Führungskraft geht.

Diese Psycho-Logik guter Führungsgespräche bringt immer einen unvermeidbaren Zeitbedarf mit sich. Dieser Zeitbedarf ist unterschiedlich, aber er ist ausgeprägt und darf ein Minimum nicht unterschreiten.

In der Praxis wird dieses Minimum häufig nicht erreicht. Es fehlt die Zeit, um gute Gespräche zu führen. Oder besser gesagt: Viele Führungskräfte glauben, sie hätten nicht so viel Zeit. Und viele meinen, so viel Zeit sei nicht erforderlich.

Das Ergebnis ist bekannt: wenig Führungswirkung. Und so zweifeln viele daran, ob sich Führung überhaupt lohnt. Dabei haben sie nur zu wenig Zeit investiert. Diejenigen, die sich Zeit für Führung nehmen, die wissen, dass es sich lohnt: weil Führungserfolg Welten bewegt.

Umfrage zum EVOLOG Blog Führung

von | 18.01.2017 | 0 Kommentare
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Liebe Leserinnen und Leser, Seit einigen Monaten beschäftigen wir uns auf unserem Blog mit Themen der dynamischen Führung.

Um die Inhalte stetig weiterzuentwickeln und auf Ihr Interesse besser abstimmen zu können, möchten wir Sie bitten sich 5 Minuten Zeit zu nehmen und 6 Fragen zu beantworten.

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Gute Vorsätze

von | 28.12.2016 | 1 Kommentar
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2017 wird Führung durch die Herausforderungen der Digitalisierung noch mal wichtiger: Neue, offene Perspektiven verlangen Kommunikation, um Orientierung zu finden – sei es auch nur für eine begrenzte Zeit.

Für anstehende Veränderungen muss Motivation geschaffen werden, damit die Innovation gemeinsam gelingt.

So haben wir zum Jahreswechsel einen aktuellen Anlass, uns für die Führung Gutes vorzunehmen. Aber auch ohne diesen drängenden Impuls ist Führung ein Thema, das gute Vorsätze bestens verträgt; denn häufig ist die Bilanz unserer Aktivitäten nicht zufriedenstellend.

Warum gehört Führung eigentlich zu den Aufgaben, die immer wieder zu kurz kommen? Zahlreiche Studien belegen, dass die meisten mit ihrer Führung nicht zufrieden sind. Ein wesentlicher Grund ist wohl, dass Führung im Wettbewerb um die knappe Ressource Zeit immer wieder den Kürzeren zieht.

Damit sehen wir einen wesentlichen Grund für unzureichende Führung: Häufig wird die Bedeutung systematischer Führung – und die kostet immer Zeit – nicht hoch genug bewertet. Da hilft ein Augenblick Besinnung: Was kann wichtiger sein, als sich für die Eigenständigkeit und für die Zufriedenheit der Mitarbeiter einzusetzen.

Bei näherem Hinsehen zeigt sich aber noch ein tieferer Grund für die Vernachlässigung der Führung: Wir scheuen davor zurück, diese sinnvollerweise persönlichen, oft schwierigen Gespräche zu führen. So müssten wir uns also vornehmen, uns auf unsere Mitarbeiter einzulassen, zuzuhören und Auseinandersetzung zu wagen. 

Führung verlangt Geduld

von | 12.10.2016 | 8 Kommentare
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Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter unterstützen wollen, dann erfordert dies vor allem Geduld; denn mit klugen Hinweisen ist es nicht getan, sondern die Hilfe muss individuell passen.

Die Aufgaben im Berufsleben verändern und entwickeln sich immer schneller. Deshalb ist die Unterstützung bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben ein wesentlicher Teil der Führungsaufgabe.

Unterstützung ist sinnvoll, wenn sie da weiterhilft, wo der Mitarbeiter selbst Unklarheiten und Schwierigkeiten hat. Genau da gelingt die Besserung aber oft nicht ohne Weiteres – und es sind dann intensivere Aktivitäten erforderlich.

Genau hinsehen, Optimierungsmöglichkeiten suchen, Zweifel ausräumen und hinderliche Gewohnheiten überwinden helfen, dass verlangt Geduld. Die Führungskraft muss sich Zeit nehmen, Aufmerksamkeit investieren und sich auf die individuelle Situation einlassen.

Viele Führungskräfte betrachten ihre Ungeduld als kleine Schwäche oder sogar als Tugend. Tatsächlich schwindet aber häufig der Führungserfolg, weil es an Geduld fehlt, um den Mitarbeitern wirklich Unterstützung zu bieten.

Führung zur Eigenständigkeit

von | 19.04.2016 | 0 Kommentare
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In unserer heutigen Arbeitswelt muss Führung darauf ausgerichtet sein, die Eigenständigkeit der Mitarbeiter bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung herzustellen und zu steigern. „Führung zur Eigenständigkeit“ – das ist paradox, aber genau das brauchen wir: Einsatz der Führungskräfte für die Eigenständigkeit ihrer Mitarbeiter, damit Führung weniger nötig werden wird.

Die Menschen in unserer Zeit suchen Autonomie und Selbstbestimmung. Sie wollen sich verwirklichen und wollen selbst etwas bewegen. Arbeit macht nur wirklich Spaß, wenn man eigenständig handeln kann. Auch wenn dies mit Verantwortung und Beanspruchung zu tun hat, wollen die engagierten Mitarbeiter Eigenständigkeit.

Auf der anderen Seite funktioniert die moderne Arbeitswelt nur dann wirklich gut, wenn viele Mitarbeiter ihre Aufgaben eigenständig wahrnehmen. Führung kann heute nicht mehr alles steuern. Qualität, Produktivität und Kundennähe sind nur erreichbar, wenn sich jeder an seinem Platz eigenständig dafür engagiert. Unsere Arbeitswelt braucht Eigenständigkeit.

Die rasante Veränderung der Arbeitswelt und die brisante Steigerung des Wettbewerbs bringen aber auch mit sich, dass die eigenständige Erzielung von Ergebnissen und Erfolg zu einer täglichen Herausforderung wird. Damit viele Mitarbeiter auch unter widrigen Verhältnissen eigenständig erfolgreich sind, müssen sich die Führungskräfte engagiert für die Entwicklung der Kompetenz ihrer Mitarbeiter einsetzen.

Führungswahrheit

von | 04.04.2016 | 9 Kommentare
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Die Wahrheit über Personalführung ist, dass viele Führungskräfte zu wenig Zeit dafür aufbringen.

Der Bedarf an Zeit für Führung ergibt sich aus dem Wissen um erfolgreiche Kommunikation: Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden, verstanden ist nicht akzeptiert, akzeptiert ist nicht getan. Um zum guten Handeln zu kommen, ist umfassende Kommunikation wesentlich.

Viele Führungskräfte kümmern und sorgen sich aber zuerst um das, was sie für ihre Arbeit halten. Dabei geht es vor allem um Fachliches und Management. Personalführung steht in der Rangreihe auf den hinteren Plätzen - und  fällt immer wieder Dringlicherem zum Opfer.

Eine Ursache dafür ist, dass die meisten Führungskräfte den Bedarf an Zeit für wirksame Führung unterschätzen. Und diese Führungskräfte unterschätzen den Bedarf, weil sie praktisch kaum führen. Sie nehmen sich selten die Zeit, sich auf echte Führungsgespräche einzulassen.


Darum müsste der Titel hier in Anlehnung an die Lebenslügen besser „Führungslüge“ heißen. Nahezu alle beteuern, dass Personalführung so wichtig sei.  Aber die dafür aufgebrachte Zeit ist meist nicht mehr als der „Tropfen auf den heißen Stein“.

Mit der Zeit für Führung ist es wie mit vielen energetischen Systemen: Wenn ein Minimum unterschritten wird, ist die  Wirkung der Investition gleich Null. In vielen Führungsbeziehungen fehlt es so sehr an Zeit, dass von Führung nicht gesprochen werden dürfte.

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