Plötzlich Führungskraft: Genuss oder Grenzgang am Traumberg?

von | 27.07.2016 | 2 Kommentare
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Stellen Sie sich diese Situation vor: Person X - Generation Y, ein hervorragender Fachmann /-frau in einem KMU wird plötzlich vor die Frage gestellt: Wollen Sie Führungskraft werden?

Der Berg ist mächtig, die Route ist unbekannt. Theoretisch traut man sich es zu, aber es gibt auch Zweifel. Habe ich meine Ausrüstung dabei? Bin ich genug ausgebildet, kann ich diese Seilschaft auch führen? Reicht meine Kraft für diesen Weg?

Und nun?

Käme diese Person bei den Fragen nach „Wer bin ich, wo komme ich her, wo will ich hin?“ aus der Sprachlosigkeit nicht heraus, würde ich vor einem unmittelbaren Einstieg in die Führung abraten! Die Seilschaft würde ins Straucheln kommen, sich versteigen.

Hätte ich den Eindruck, dass diese Person „das Zeug dazu grundsätzlich mitbringt“ wäre mein Vorschlag den Austausch für Rat und Tat von außen zu suchen. Unterstützung zu suchen, ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Zeichen von Stärke. Das zeigt die Bereitschaft zu lernen, sich professionelle Unterstützung zu holen, bei einer Person, die hilft, die Route zu finden, dabei das Seelenleben einer Seilschaft und meine Rolle in diesem Umfeld zu verstehen, um erfolgreich den Weg meistern zu können. Dann wird positives Gestalten möglich.  Statt Grenzgang mit der Gefahr des (bildlichen) Absturzes ein zwar herausfordernder Weg, dann aber mit Genussaussicht am Gipfel.

Und wenn die Person durch Reflektion und erste Unterstützung den Eindruck gewinnt, dass ihr Platz in der Seilschaft ein anderer ist, wäre dies eine sehr wertvolle Erfahrung – seine Grenzen kennenlernen, sie akzeptieren, sich die Frage gestellt haben, ob ich die V
erantwortung für eine Gruppe übernehmen will.

Ist Führung nur was für die Großen?

von | 08.06.2016 | 0 Kommentare
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Diese Frage stellte man mir bei einer Vorlesung. Da stand ich nun – vor mir Studenten des dualen Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen mit über 200 Jahren Berufserfahrung in Industrie und Handwerk.

Ich war für diese Frage dankbar und kam gleich zum Kern meiner Überzeugung zum Thema Dynamische Führung.

Personalführung beginnt exakt ab der Mitarbeiterzahl (MA) 1, eigentlich ab dem Moment, wo ich mit dem Gedanken spiele, mich selbstständig zu machen oder Führungskraft zu werden.

Der Erfolg meines Unternehmens oder meines Bereiches wird vor allem mithilfe der Menschen, Mitarbeitenden und Mitdenkenden entstehen.

Zum Beispiel im Handwerk: Auch dort sollte jeder erfolgreich geführt werden und nicht Führung zwischen Tür und Angel erleben bzw. erleiden zu müssen.

Ingenieure brauchen Formeln:

Bei MA = 0: Selbstreflektion - welche Erfahrungen habe ich gemacht, welches Bild habe ich von mir, welches Bild haben andere? Was könnte mein zukünftiger Anspruch ans Führen sein, was sind meine Leitplanken?

Bei MA  1: ab hier beginnt das Führen. Führen beansprucht viel Zeit. Es braucht Feedbackschleifen und auch immer wieder Selbstwahrnehmung. Stimmen mein Anspruch und meine erlebte Wirklichkeit überein? Sind wir auf der Erfolgsspur? Wo gibt es was zu tun – denn „es gibt immer was zu tun“.

Führung ist nicht nur was für die Großen!

Wie denken Sie darüber?       

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