Führung ohne Führungskonzept?

von | 08.03.2017 | 0 Kommentare
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Wenn ich Texte über Führung lese, dann klingt oft durch, dass Führungskräfte die Führungskonzeption umsetzen sollen (was sie nach Meinung ihrer Vorgesetzten übrigens in den wenigsten Fällen tun).

Spreche ich aber mit Führungsverantwortlichen, dann stelle ich oft fest: Es gibt gar keine Führungskonzeption. Ich vermute gar, dass das für die meisten Führungskräfte so ist.

Was aber, wenn nicht zu erwarten ist, dass eine solche bald entwickelt wird? Steht Führung dann still? Woran kann eine Führungskraft sich dann orientieren?

Immer richtig ist es, sich an den Grundfunktionen auszurichten: Orientierung, Motivation und Integration sind universelle Führungsaufgaben. Das ist schon einmal etwas, aber auch nur ein Anfang. Machen Sie sich ein Bild von jedem anvertrauten Mitarbeiter und systematisieren sie die Kommunikation. Über das Führungskonzept können wir natürlich auch gerne reden.

Wie kann ich führen wenn keiner da ist?

von | 14.12.2016 | 0 Kommentare
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Die modernen Arbeitsformen führen dazu, dass wir uns tendenziell immer seltener und nicht so lange persönlich sehen. Darin liegt ja gerade ein Gewinn an Zeit, und eine Möglichkeit Kosten zu reduzieren.

Klar ist aber auch: Wir müssen und wollen die menschlichen Beziehungen halten. Wer heute mit qualifizierten und dezentralen Vertrieben arbeitet, kennt das Problem: Wie können wir koordiniert handeln, wie kann ich meinen Mitarbeitern differenziertere Rückmeldungen geben wenn nötig?

Calls, Mails, Videokonferenzen, das alles gehört für viele von uns zum Alltag, der sich so ja auch passabel gestalten lässt. Was aber ist mit dem ganzen Rest: der Bildung eines wirklichen Teams, der persönlichen Entwicklung von Mitarbeiter, der Heranführung von gutem Nachwuchs in differenzierte Aufgaben? Wird auch das zu digitalisieren sein? Wir beschäftigen uns gerade in einer Studie mit solchen Fragen und treffen auf ein buntes Spektrum. Was ist Ihre Meinung?

Digitalisierung, oder: Wo sind all die Indianer hin?

von | 02.09.2016 | 0 Kommentare
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Digitalisierung wird oft verbunden mit der Verlagerung der arbeitsreichen Wirklichkeit in virtuelle Formen und Prozesse. Da braucht es auch die physische Präsenz am Arbeitsplatz immer weniger.

Schon heute operieren Bereiche von Kunden mit mehr als 20% sogenannter Heim- oder Telearbeitsplätze. Technisch ginge viel mehr, billiger käme es auch, aber man traut der Sache wohl nicht so recht, wieso? Gehen Sie heute in Büroetagen einschlägiger Gewerbeparks, so stellen Sie nicht selten eine merkwürdige Leere fest. „Na ja, eigentlich brauchen wir das hier gar nicht mehr“ war der lapidare Kommentar eines Verantwortlichen.

Ach ja, beim Besuchstermin in der leeren Etage drehte sich alles um Führungsfragen. Manager, mit denen man einmal die Woche telefoniert, Vertriebsstrukturen, die verstreut im Land agieren mit Führungskräften, die hinterherreisen. Sachbearbeitung und Sekretariatsleistungen, die „irgendwo“ stattfinden können. Die Kontrolle glaubt man noch einigermaßen im Griff zu haben, weil man mit Zahlen führt. Eigentlich sind aber alle nicht so recht zufrieden.

Unser heutiges Instrumentarium der Führung ist für solche Arbeitsformen nicht mehr zeitgemäß. Neue Formen sind noch nicht ausreichend entwickelt, man behilft sich mit Skype und gelegentlichen Treffen in Hotels. Aufgaben und Inhalte der Führung bleiben, aber die Umsetzung wird sich verändern müssen. Orientierung, Identifikation, Zusammenwirken, Bewertung und Steuerung brauchen zeitgemäße, veränderte Formen. Sonst könnte die zweite Zeile des alten Pur Songs ziehen: Wann verlor das große Ziel den Sinn?

Digitalisierung, die heimliche Ent-Führung?

von | 21.07.2016 | 0 Kommentare
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Führung scheint etwas unmodern geworden zu sein. Es wird nicht mehr Zeit investiert als früher, sondern eher weniger.

Wir diskutieren derweil die Digitalisierung und verstehen sie meist als eine technische, prozessuale und organisatorische Herausforderung. Die sich auflösende lokale Assoziation von Abteilungen, die Verlagerung von Abstimmungen und Besprechungen auf Bildschirmformate mit ihrer besonderen Verfassung, die geringere gemeinsam verbrachte Zeit, dazu fehlen die adäquaten Führungsformen vor Ort noch weitgehend. Auch die Mitarbeiter sind immer stärker digital ausgerichtet und sozialisiert. Braucht man Führung nicht mehr?

Von der Lenkungs- und Steuerungsfunktion her dürfte Führung einfacher werden, aber wie steht es mit der Vermittlung von Sinn und Zweck?

Ein größeres Problem wird auch die potentiell geringere Identifikation mit dem Unternehmen. Wie bringen wir Innovationen und Ideen in Gang? Was geschieht in Ausbildung und Personalentwicklung? Auf sich stark verändernde sozialdynamische Verhältnisse muss auch Führung regieren. Die alten Werkzeuge sind nicht mehr alle zeitgemäß.

Für Führung wird das kein Tsunami, aber ein verdammt schneller Prozess, da sind wir sicher. Wenn das Unternehmen nicht erlebbar, nicht sinnstiftend und richtungsgebend ist, keinen realen oder digitalen Verwurzelungsbereich hat, dann wird es schwer die Mitarbeiter zu halten. Wenn man versucht die Veränderung zu ignorieren wird es gar unmöglich.

Führung: Kann man das lernen?

von | 01.06.2016 | 0 Kommentare
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Ja, man kann. Führung heißt vor allem, richtig und vollständig zu handeln. Es ist viel Fleiß und Systematik nötig.

So sehen auch die meisten Leistungssportler ihr Metier. Die Basis schafft man in der Jugend, ein Trainingsende gibt es aber nicht.

Wenn wir uns heutige Führungsbildung anschauen, dann sieht es etwas anders aus. Bei der Auswahl wird eher versucht das „Führungspotential“ zu erfassen, also etwas, was noch entfaltet werden müsste.

Man ist mitunter stolz auf eine Führungsausbildung. Da können junge Führungskräfte tatsächlich viel lernen, wenn sie die Sache ernst nehmen. Meist war es das dann aber auch.

Faktisch kommt Vieles zu kurz. Eine gelernte Systematik muss in Fleisch und Blut übergehen. Das geht nicht von selbst und alleine. Und Führung ist ja auch nur ein Teil der Aufgaben.

Es ist sonnenklar: Verglichen mit dem Ausbildungsaufwand, den wir in fachliche Bildung stecken erscheint der Aufwand für Führungsausbildung unterdimensioniert.

Umgekehrt verhält es sich mit den Erwartungen an die Führungsleistung, die meist erheblich sind. Führungsbildung für erfahrene Führungskräfte erfolgt in vielen Fällen erst gezielt, wenn Probleme bestehen, oder die Führungskräfte selbst gezielt aktiv werden, was sie eher selten tun. Führung ist ein Leistungssport, aber welcher Leistungssportler vernachlässigt sein Training schon so, wie wir das in Sachen Führung tun?

Unsere Fußballnationalmannschaft hoffentlich nicht.  

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