Streitkultur ?

von | 13.03.2019 | 0 Kommentare
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Wenn wir etwas verändern wollen, dann sollten wir uns streiten. Aber wie? Woran erkennt man einen guten „Streiter“? Er interessiert sich für die Argumente seines Gegenübers, lässt sich auf ihn ein und spricht ihm seine abweichenden Standpunkt nicht von vorneherein ab.

Gute Streiter findet man in Unternehmen immer seltener und sie haben es nicht leicht. Unterschiedliche Auffassungen von Leistung, Aufgabe oder Zusammenarbeit werden häufig als Angriff auf die Persönlichkeit bewertet. Dem Streit wird damit die konstruktive Seite genommen. Führungskräfte gehen daher Streit lieber aus dem Weg. Dies lässt sich jedes Jahr bei den Leistungsbeurteilungen beobachten. Verschlechtert sich die Leistung eines Mitarbeiters hat das nicht zwangsläufig zur Folge, dass er schlechter beurteilt wird. Führungskräfte scheuen die Auseinandersetzung. Mitarbeiter mit Leistungsdefiziten werden über Jahre hinweg im Glauben gelassen, dass ihre Arbeitsleistung den Anforderungen entspricht. Die Arbeitskollegen fühlen sich ungerecht behandelt, die Situation eskaliert und es wird persönlich.

Es lassen sich viele weitere Beispiele aufführen, die für eine Erneuerung einer Streitkultur in Unternehmen sprechen.

Eine konstruktive Streitkultur muss von den Führungskräften ausgehen – eine Herausforderung von der sich viele überfordert fühlen. Führungskräfte sehen hier einen großen Fort- und Weiterbildungsbedarf.

Männlicher und weiblicher Führungsstil?

von | 07.11.2018 | 0 Kommentare
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Es gibt ihn tatsächlich noch, die Vorstellung eines männlichen und weiblichen Führungsstils. Es geistert immer noch die Vorstellung von einem „natürlich gegebenen Geschlechterstil“ in den Köpfen.

Frauen wird oft nachgesagt, sie tendierten eher zu einem fürsorglichen Führungsstil, der als wenig durchsetzungsfähig betrachtet wird. Ist dem nicht so, dann spricht man von der Businessfrau, die eher mit männlichen Eigenschaften assoziiert wird. Es gibt bis heute immer noch viele Vorbehalte gegenüber weiblichen Führungskräfte, wie eine am 5.11.2018 veröffentliche Studie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf aufzeigt. 45 % der befragten Männer gaben an, Frauen im Vergleich zu Männern weniger Führungsqualitäten zuzuschreiben. Aber auch viele Frauen stehen weiblichen Führungskräften kritisch gegenüber. Das sogenannte „weibliche Führungsverhalten“ führt am Ende nicht zur gewünschten Karriere. Immerhin haben wir es in Deutschland, alle Führungspositionen eingerechnet, bisher nur auf einen Anteil von 30% weiblicher Führungskräfte geschafft. Müßen Frauen, um Karriere zu machen und akzeptiert zu werden, männlicher führen bzw. sich männlicher aufführen? Ich bin mir sicher, es geht auch anders.

Führung und Machtmissbrauch?

von | 03.10.2018 | 0 Kommentare
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Ein Mitarbeiter eines großen Unternehmens erhält von seinem Vorgesetzten auf einem Parkplatz die Kündigung und 10€ mit der Aufforderung mit der Bahn nach Hause zu fahren. Eine Führungskraft beschuldigt einen Mitarbeiter eines Versäumnisses und entschuldigt sich selbst dann nicht, als nachgewiesen wurde, dass er im Unrecht war.

Ein Geschäftsführer kündigt einem langjährigen Mitarbeiter am 3. eines Monats zum 15., weil er krank geworden ist. Eine Restaurantbesitzerin behält das Trinkgeld der Servicekräfte ein.

Alles Beispiele aus der Beratungspraxis, die zeigen wie Führungskräfte ihre Position missbrauchen. Selbst wenn nach solchen Ereignissen in langwierigen Prozessen festgestellt wird, dass das Verhalten arbeitsrechtlich nicht haltbar ist, bleibt bei den betroffenen Mitarbeitern die Erfahrung einer großen Hilflosigkeit zurück. Man wünscht sich eine Ordnung, die für Gerechtigkeit sorgt. Es gibt Führungskräfte, die glauben schneller ans Ziel zu kommen, indem sie Druck ausüben. Diese Überzeugung hält sich bis heute hartnäckig. Aber Druck erzeugt immer Gegendruck und bewirkt das Gegenteil. Mitarbeiter entziehen sich, weichen aus, eigenwillige Lösungen werden entwickelt. Machtmissbrauch ist oft bei autoritären Führungskräften zu beobachten. Betrachtet man die gesellschaftliche Entwicklung so ist zu hoffen, dass es in Zukunft keine Neuauflage dieses Führungsstils geben wird. 

 

Ein gutes Betriebsklima und Loyalität des Unternehmens gegenüber den Mitarbeitern – keine Selbstverständlichkeit?

von | 12.09.2018 | 0 Kommentare
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Der aktuelle Fehlzeitenreport der AOK weist erneut darauf hin, wie wichtig Wertschätzung am Arbeitsplatz und das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun, für Mitarbeiter ist. Offensichtlich wichtiger, als ein hohes Einkommen.

Fehlt dies, dann steigen die durchschnittlichen Krankentage um das doppelte auf 19.6 Tage an. In der Verantwortung wird die Führungskraft gesehen. Wertschätzung als lohnende Investition? Es lässt sich, bei einem noch immer bei 5,3 Prozent hohem Krankenstand, sicher noch einiges verbessern. Aber wie sieht Wertschätzung im Führungsalltag aus? Wie eine wertschätzende Unternehmenskultur?

Am Beispiel der sogenannten „schwierigen Mitarbeiter“ zeigt sich wie wertschätzende Führung aussehen kann. In diesem Prozess brauchen Führungskräfte Geduld, Verständnis und eine Strategie. Es gilt diesen Prozess konsequent zu steuern. Aber Geduld ist in einem Führungsalltag, der bestimmt ist von Zeitdruck und Arbeitsverdichtung, nur schwer unterzubringen. Eine oft zu beobachtende Strategie, zunächst den Mitarbeiter über lange Zeit in Ruhe zu lassen, um dann mit Druck eine Veränderung zu erzwingen.

Personaler kennen diesen Prozess, wenn sie am Ende gebeten werden, eine finale Lösung herbeizuführen. Wertschätzende Führung zeigt sich jedoch gerade in anspruchsvollen Führungsaufgaben und trägt wesentlich zum Lösungsprozess bei. Es stellt sich jedoch die Frage ob in Zeiten, in denen in vielen Unternehmen eine Art „Verabsolutierung der Ökonomie“ vorherrscht, die Wertschätzung nicht häufig auf der Strecke bleibt.

Die meisten Überstunden macht immer noch der Chef?

von | 29.08.2018 | 0 Kommentare
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Eine aktuelle Information des Statistischen Bundesamts Wiesbaden. Aber ausgerechnet die jungen Hochqualifizierten wollen weniger Arbeiten. Am 10.08 wird in den USA der Tag der Faulheit gefeiert.

Faulheit bedeutet: Mangel an erwartbaren Aktivitäten. Junge Führungskräfte kämpfen um eine Work-Life Balance. Also eigentlich eine Existenz zwischen Arbeit und Leben? Die Erwartung an Führung, auf keinen Fall pünktlich nach Hause gehen. Anwesenheit als Maßstab für gute Arbeit und weniger Leben? Früher galt, wer Zeit hatte oder sich Zeit ließ, war ein freier Mann. Dann herrschte die Vorstellung von „Müßiggang ist aller Laster Anfang“. Heute beherrscht Arbeitsethos,  Leistungsbewußtsein und Disziplin die Arbeitswelt. Innovation aber braucht Raum und Zeit. Wenn sich aus Arbeitsüberlastung ein Tunnelblick entwickelt, dann holen sich Körper und Psyche die Zeit irgendwann