Balance zwischen Unruhe und Stabilität

von
Ludger Bettmer
|
28.09.2016 | 0 Kommentare
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Führungskräfte sind insbesondere dann notwendig, wenn etwas aus den Fugen geraten ist. Dann sind Orientierung und Richtung erforderlich. Aktives Handeln wird in solchen Situationen von Führungskräften zu Recht erwartet.

Nur nebenbei bemerkt: Besonders gut ist es, wenn solche Ereignisse vermieden werden, etwa durch vorausschauendes Handeln.

In normalen Phasen, wenn also alles nach Plan läuft, müssen und sollten Führungskräfte nicht in das Geschehen eingreifen. Wenn sie ihre Mitarbeiter dazu angeleitet haben, sich in ihrem vorgegebenen Rahmen eigenständig zu verhalten, dann haben Führungskräfte eine wichtige Funktion ihrer Tätigkeit erfolgreich wahrgenommen. Das sind dann i.d.R. positiv verlaufene Phasen des unternehmerischen Handelns, der Normalfall eben – hoffentlich!

Aber Führungskräfte müssen und wollen häufig auch bewusst zu Unruhe beitragen. Damit erzeugen sie künstlichen Druck bei den Mitarbeitern, auch um damit kreative Kräfte bei ihnen freizusetzen. Manchmal ist dies der einzige Weg, um neue Ziele zu erreichen. Aber: Ständige Unruhe oder sogar Regellosigkeit ist für Unternehmen auch nicht Erfolg versprechend und zielführend. Deshalb müssen Führungskräfte gerade in Zeiten des Wandels dafür sorgen, dass nach einer durchaus gewollten Unruhe und nach einer Phase des in Fragestellens wieder eine Ordnung hergestellt wird. In der Literatur wird dies auch gelegentlich mit „Re-Stabilisierung“ bezeichnet. Entscheidend ist also eine Balance zwischen Unruhe und Stabilität.

Zu diesen Stabilisierungsmaßnahmen gehört es zum Beispiel, dass neue Abläufe und Prozesse gelernt werden. Mitarbeiter müssen die Chance bekommen, sich mit neuen Arbeitsweisen vertraut zu machen und diese einzuüben. Die vorangegangene Unruhe muss also verkraftet und richtig verarbeitet werden. Nur auf Basis eines so gewonnenen neuen und stabilen Fundaments können Unternehmen und Organisationen weiter entwickelt werden – vielleicht zur nächsten Unruhe.

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