Die Ungeduld der Macher

von
Franz Arnold
|
13.09.2017 | 1 Kommentar
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Sie begegnen mir immer wieder: die ungeduldigen Macher. Sie sind talentierte, engagierte und auch ziemlich erfolgreiche Menschen. Sie hätten aber mehr Erfolg, wenn sie sich weniger mit der Sache und mehr mit den Menschen beschäftigen würden.

Viele Manager sind Kaufleute, Techniker, Juristen, Mathematiker – und auf jeden Fall rationale Denker. Sie widmen sich ihrer Aufgabe, verfolgen Ziele, wissen, worauf es ankommt, und sie setzen sich mit Energie und Wille für ihren Erfolg ein.

Natürlich haben sie als gebildete und mit dem Zeitgeist vertraute Führungskräfte auch wahrgenommen, dass die Mitarbeiter für den Erfolg wichtig sind, dass Führung eine wesentliche Aufgabe ist und dass Change methodisches Handeln erfordert.

Aber im Alltag und in den wichtigen Managementschlachten dominieren Überzeugungen zur Sache und Durchsetzungswille. Wenn es darauf ankommt, wenn ein Erfolg zum Greifen nahe ist oder wenn das Vorhaben zu scheitern droht, handeln sie getrieben von der Sache.

„Getrieben von der Sache“, das heißt, nicht mehr lange zu fragen und zuzuhören, nicht mehr geduldig zu diskutieren, sondern Feststellungen zu treffen, Konsequenzen aufzuzeigen, Anforderungen zu beschreiben und Commitments einzufordern.

Es ist diese Dynamik vieler Führungskräfte und Manager, die gemeinsame Erfolge gefährdet, oft verhindert. Der Bedarf an Kommunikation zum Vorhaben, an Verständigung zu Fraglichem und an Verarbeitung von Ungeliebtem wird massiv unterschätzt.

Kommentare

... und in Mitarbeiterbefragungen erhalten diese Führungskräfte schlechte Noten für Information, Kommunikation und Einbindung in Veränderung. Das darf nicht unterschätzt werden. Hier kann sich durchaus eine "Meuterei auf der Bounty" anbahnen. Es ist daher plausibel, dass immer mehr Unternehmen solche Mitarbeiterbefragungen sehr ernst nehmen und auf Veränderung pochen.