Ethik in der Führung?

von
Ludger Bettmer
|
15.03.2018 | 1 Kommentar
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Kürzlich habe ich in Mannheim eine Veranstaltung besucht, auf der das Thema Ethik in der Beratung - Anspruch und Wirklichkeitim Rahmen von Vorträgen und Diskussionsforen behandelt wurde. Das Ziel der Veranstaltung bestand darin, den Teilnehmern eine Orientierung für ethisches Handeln im Beratungsalltag zu geben.

Warum ist das eigentlich so wichtig? Kurz gesagt: Weil in der Beratung immer Menschen eine zentrale Rolle spielen. Und diese haben zum Beispiel einen Anspruch darauf Wert geschätzt zu werden. Schon im Grundgesetz steht: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Wie kann unethisches Beratungs-Handeln aussehen? Ein Beispiel:In einem Gespräch zur Studienberatung steuert der Berater den Ratsuchenden mehr oder weniger stringent auf ein bestimmtes Studienfach, obwohl er weiß, dass dies nicht die richtige Wahl für den Ratsuchenden ist. Der Berater wurde getrieben von einem Institutsleiter, der zu wenig Studenten in seinen Vorlesungen vorweisen konnte und diese Situation verbessern wollte. Das gibt es tatsächlich! Die Teilnehmer an der Veranstaltung bestätigten dies. Anspruch und Wirklichkeit sind also nicht deckungsgleich, so zeigt dieses kleine Beispiel.

Gibt es Parallelen zum Verhalten von Führungskräften? Zunächst einmal ist es - so glaube und hoffe ich - unstrittig, dass moralische Werte auch in der Führung eine Rolle spielen sollten. Neben der schon erwähnten Achtung der Menschenwürde, könnte man hier nennen: Ermöglichen von Eigenständigkeit, Schutz der Gleichheit, Sorge um Gerechtigkeit, … Daneben spielen natürlich auch (nicht-moralische) Werte wie Leistungsstrebenund Gewinnorientierungeine bedeutende Rolle im Führungsalltag.

Nicht nur in den beiden beschriebenen Szenarien gilt es, täglich Anspruch und Wirklichkeit in Einklang zu bringen. Wie groß die Diskrepanz im Führungshandeln sein kann, zeigte die vor einigen Tagen gesendete Serie Bad Banks. Sicher etwas überzeichnet, aber sehr gut über alle sechs Teile präsentiert. Sehenswert! Das Fazit für mich: Es bleibt eine ständige Aufgabe für Führungskräfte, täglich auch auf die ethischen Aspekte bei ihrem Handeln zu achten.

Kommentare

Lieber Herr Bettmer, vielen Dank für Ihren Kommentar zur Ethiktagung, den ich auch meinen Kollegen vom Veranstaltungsteam weitergeben werde.
Auch wenn's paradox klingt: Dank der Grippewelle konnten wir Sie dann doch noch über die Warteliste mit aufnehmen.
Ihnen alles Gute und freundliche Grüße,
Karen Schober