Fairness in der Führung

von
Beate Rahn
|
20.02.2019 | 0 Kommentare
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Der berühmte Verhaltensforscher Frans de Waal hat das moralische Verhalten von Affen untersucht. Eine Forscherin gab dem Affen im Experiment Gurkenscheibchen, wenn der Affe ihr im Tausch kleine Steine reichte. Der Affe machte das Spiel solange friedlich mit, bis er bemerkte, dass ein Artgenosse im Nachbarkäfig leckere Trauben anstelle der Gurkenscheiben bekam.

Das erlebte er als unfair und reagierte mit Wut, Neid und Ärger. Ein ausgeprägter Sinn für Fairness ist somit schon bei unseren Vorfahren tief verankert.  

 

Fairness ist auch für uns Menschen ein sehr bedeutsamer Wert. Wir haben eine sensible Antenne für ungerechte Behandlung und reagieren mit starken Gefühlen, wenn wir uns vom Vorgesetzten unfair behandelt fühlen und ein Kollege bei gleicher Leistung bevorzugt behandelt wird. Unfairness im Unternehmen führt deshalb zu massivem Vertrauensverlust, zu emotionalem Rückzug, zu Unproduktivität, zu Fehlzeiten, Diebstahl, Demotivation, Widerstand bei Veränderungen.

Fairness ist eine wesentliche Führungskompetenz um die Bindung und Motivation ihrer Mitarbeiter zu stärken. Das erfordert eine regelmäßige Reflektion des eigenen Tuns. Überprüfen Sie wie sehr Sie sich in ihrem Verhalten vom Sympathie-Faktor leiten lassen: Mit welchem Mitarbeiter gehen Sie Mittagessen, wer wird ignoriert? Wer bekommt die spannenden Aufgaben, mehr Lob, mehr Geld? Ein Gegensteuern der Ungleichbehandlung durch den sehr menschlichen Sympathie-Faktor ist ein erster wichtiger Schritt zur Fairen Führung.

 

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