Führungskräfte sollten Sinn vermitteln

von
Ludger Bettmer
|
17.08.2016 | 0 Kommentare
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Es klingt so selbstverständlich. Natürlich sollten Führungskräfte über Hintergründe und Sinnhaftigkeit ihrer Entscheidungen, ihrer Anweisungen und Vorgehensweisen reden. Es erleichtert ihnen nicht nur ihre Arbeit, sondern motiviert auch ihre Mitarbeiter. Aber geschieht dies immer?

Es klingt so selbstverständlich. Natürlich sollten Führungskräfte über Hintergründe und Sinnhaftigkeit ihrer Entscheidungen, ihrer Anweisungen und Vorgehensweisen reden. Es erleichtert ihnen nicht nur ihre Arbeit, sondern motiviert auch ihre Mitarbeiter. Aber geschieht dies immer?

Schon kleine Kinder fragen oft: Warum? Sie sind zunächst einmal neugierig, um die Welt allmählich zu verstehen. Aber im Laufe der Zeit wollen sie auch wissen, warum sie etwas tun müssen, um was sie die Mutter oder der Vater gebeten haben. Meistens sind dies berechtigte Fragen, wenngleich die Eltern gelegentlich auf diese Fragen nach dem Sinn Nerven zeigen.

Mitarbeitern den Sinn einer Aufgabe nicht zu erklären und deutlich zu machen, unterstellt (unbewusst) blinden Gehorsam. Das mag in wenigen Ausnahmefällen die richtige Handlungsweise sein, aber meistens gibt es keinen wirklichen Grund, diese Erläuterungen über die Sinnhaftigkeit zu verweigern. Was sind die Gründe dafür, dass Führungskräfte (gelegentlich) diese Art der Kommunikation unterlassen?

Als erstes wird sicher das Zeitargument genannt werden. Kurzfristig mag es stimmen, aber schon mittelfristig wird sich zeigen, dass die investierte Zeit schnell wieder aufgeholt wird. Mitarbeiter, die wissen, warum sie etwas tun sollen – übrigens auch wenn sie eine andere Meinung zu der Vorgehensweise haben – halten sich nicht mehr lange mit dem „warum?“ auf und erledigen ihre Aufgaben und sind dann auch i.d.R. überzeugt, etwas Sinnhaftes zu tun. Vielleicht scheut die Führungskraft auch eine Diskussion. Das wäre schlecht, denn so werden unter Umständen wichtige Gegenargumente nicht betrachtet und die Chance für eine bessere Entscheidung ist vertan. Im schlimmsten Fall weiß die Führungskraft nicht, warum sie etwas angewiesen hat oder hat sich darüber keine Gedanken gemacht.

Alles in allem spricht nichts gegen die zeitliche Investition, die für eine Kommunikation der Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern über den Sinn einer Entscheidung nötig ist. 

Wenn dies dennoch unterbleibt, sollten sich Mitarbeiter nicht scheuen, danach zu fragen –von wenigen Ausnahmen abgesehen.

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