Führungsverwahrlosung?

von
Rosemarie Bender
|
15.05.2019 | 1 Kommentar
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Verwahrlosung bezeichnet, laut "Wikipedia“ einen Zustand, in dem die Mindesterwartungen, die die Gesellschaft an eine Person stellt, nicht erfüllt sind“ Es gibt in Deutschland eine steigende Zahl verwahrloster Menschen.

Gibt es so etwas auch in Unternehmen? Bei genauer Betrachtung schon. Es gibt Teams und Mitarbeiter, die sich in einem Zustand der „Verwahrlosung“ befinden. Die eigenen Bedürfnisse stehen im Vordergrund, Anstrengungen werden vermieden. Die Aufgaben werden nur unzureichend erfüllt, ein hoher Krankenstand ist zu verzeichnen. Sie geraten immer mehr ins Abseits. Konflikte treten auf. Der Umgang mit solchen Teams bzw. Kollegen wird vermieden.

Schaut man zurück stellt man fest – häufige Führungswechsel, Führungskräfte die sich nicht verantwortlich fühlen, nicht klären, nicht kommunizieren, haben diese Entwicklung gefördert.

Ein schleichender Prozess und am Ende stellt sich die Frage wie damit umgehen?

Am Anfang sollte immer die Klärung stehen, verstehen, wie es zu so einer Entwicklung gekommen ist und dann gilt – Verhalten und Verhältnisse aufarbeiten – nicht die Suche nach den Schuldigen klärt die Situation. Aufbau neuer Strukturen als Gegenmaßnahmen zur Desorganisation erfordern jedoch viel Geduld und professionelles Vorgehen der Führungskräfte. In einer Zeit der „Ungeduldigen“ eine anspruchsvolle Forderung.

Kommentare

"Am Anfang sollte immer die Klärung stehen, verstehen, wie es zu so einer Entwicklung gekommen ist und dann gilt – Verhalten und Verhältnisse aufarbeiten – nicht die Suche nach den Schuldigen klärt die Situation."

Die Klärung, wie es dazu kommen konnte, wird sehr schnell zu einer Rechtfertigungsorgie von Schuldzu- und Rückweisungen. M.E. sollte die Sachlage in allen Dimensionen von der jetzt verantwortlichen Führungskraft analysiert werden. Mit diesen Erkenntnissen kann dann die Frage mit allen Beteiligten diskutiert werden: "was wollen wir gemeinsam und jeder für sich zukünftig tun, damit es uns allen besser geht?". Diese Erwartungshaltungsklärung sollte dokumentiert und die Leitlinie für die zukünftige Zusammenarbeit sein.