Hoffnung stirbt zuletzt – so sollte es nicht sein

von
Jacobus Kraan
|
19.06.2019 | 0 Kommentare
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Immer wieder beobachte ich einen interessanten Automatismus, wenn Teams mit zunehmender Arbeit umgehen müssen. Es gibt da eine Abfolge von Anstrengung und Hoffnung: die Mitarbeiter strengen sich an, um die viele Arbeit zu bewältigen, arbeiten schneller, machen Überstunden, arbeiten auch schonmal an Samstagen.

Der Vorgesetzte unterstützt diese Aktivitäten, freut sich über den Einsatz und das Engagement und ist sicherlich auch erleichert, dass die zunehmende Belastung gelöst werden kann.

Dabei darf nicht übersehen werden, dass das Engagement der Mitarbeiter auf die Hoffnung (und die Erwartung) beruht, dass die große Arbeitsmenge vorübergehend auftritt und bald wieder der „normale“ Zustand eintritt. Leider ist dies meistens nicht der Fall. Die Anstrengung setzt sich fort, die Hoffnung verschiebt sich auf einen späteren Zeitpunkt usw. usw. Irgendwann ist der Zeitpunkt verpasst und die Mitarbeiter erleben nur noch Belastung. 

Was ist aber die Alternative? Sie ist nicht einfach. Sie verlangt durchgreifendes und kreatives Vorgehen. Prozesse, Arbeitsweisen, Schnittstellen, Qualifizierungen müssen überprüft und neuausgerichtet werden – und zwar ausgerichtet an die neuen Anforderungen und nicht auf alte Vorstellungen. Diese Arbeit sollte die Führungskraft nicht ohne sein Team erledigen. Sie mitnehmen, sie mitdenken lassen, sie mitentscheiden lassen, sie mitgestalten lassen – das sichert eine nachhaltige Reduktion der erlebten Belastung.

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