Kritik kann auch motivieren

von
Ludger Bettmer
|
15.06.2016 | 0 Kommentare
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Kritik ist ein wichtiges Instrument einer Führungskraft. Verhält sich ein Mitarbeiter nicht im Sinne der vereinbarten Ziele, der festgelegten Normen, etc., muss eine Führungskraft korrigierend einwirken.

Natürlich freut sich der Kritisierte zunächst einmal nicht über negative Rückmeldungen. Klar, aber deswegen kann eine Führungskraft nicht auf Kritik verzichten, denn er muss zusammen mit seinen Mitarbeitern Aufgaben erledigen, deren Erfüllung aber durch falsche Verhaltensweisen der Mitarbeiter gefährdet ist.

Ein Kritikgespräch kann nur erfolgreich sein, wenn der Kritisierte die Kritik an sich heranlässt, ein Problembewusstsein entwickelt und am Ende zur Einsicht gelangt, sein Verhalten zu ändern. In einem derartigen Gespräch sollte die Führungskraft zunächst seine Sicht der Dinge darlegen, möglichst wertneutral, sachlich  aber natürlich aus seiner Perspektive. Dabei sollte er auch die negativen Folgen des kritisierten Verhaltens beschreiben.

Nun ist der Mitarbeiter an der Reihe: Am besten leitet die Führungskraft diesen Teil mit einer offenen Frage ein, z. B.: „Wie sehen Sie das?“ An dieser Stelle sollte darauf geachtet werden, dass beide Gesprächspartner ein gemeinsames Verständnis von der behandelten Sachlage haben. Ist eine derartige Basis geschaffen, kann begonnen werden, über Verhaltensänderungen zu diskutieren. 

Am günstigsten ist es, wenn der Mitarbeiter selbst Vorschläge unterbreitet. So hat er nicht das Gefühl, dass dies vom Chef aufgedrückt wurde. So wirkt die negative Kritik motivierend auf den Mitarbeiter. Es sollte nur noch darauf geachtet werden, dass das Verhalten nachhaltig geändert wurde, z. B. durch Vereinbarung eines neuen Gesprächs in einigen Wochen.

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