Machtdemonstration hat viele Gesichter

von
Beate Rahn
|
13.05.2020 | 0 Kommentare
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Der neue Mitarbeiter Stefan M. zeigt wenig Sensibilität und Empathie, zudem verfügt er über eine dicke seelische Hornhaut. Das ist für ihn nützlich, für andere nervig. Er hat sich in persönlicher Bestzeit unbeliebt gemacht, wie konnte das passieren?

Er überschreitet unsichtbare Grenzen! Dazu einige Beispiele:

  • In Meetings nimmt er mehr Raum ein als sein Nachbar, der am Tisch mit weniger Platz auskommen muss
  • Seine Körpersprache unterstreicht das Raumeinnehmende, die Arme werden hinter dem Kopf verschränkt und die Beine ausladend übereinander geschlagen oder gespreizt (Neudeutsch: Manspreading)
  • In Meetings geht er ans Telefon und stört die Diskussion

 

Dieses Verhalten könnte mit Gedankenlosigkeit oder mangelndem Einfühlungsvermögen erklärt werden. Doch bei genauerer Betrachtung ist es weit mehr als das, es ist eine Machtdemonstration! Der distanzlose Mensch reagiert meist mit Unverständnis, wenn er darauf angesprochen wird. Das eigene Verhalten wird heruntergespielt oder gar dem Gegenüber Empfindlichkeit oder Humorlosigkeit unterstellt.

 

In manchen Fällen versucht der Distanzlose seine Unsicher- oder Unterlegenheit durch Machtdemonstration zu kompensieren: Je weniger Spielraum ich DIR lasse, umso weniger kannst Du mir gefährlich werden.

 

Distanzlose Mitarbeiter brauchen eine besonders klare Ansprache und Führung durch den Vorgesetzten. Passiert das nicht, kostet sein Verhalten alle Beteiligten zu viel Energie und Nerven.

 

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