Morgen ist auch noch ein Tag – Vom Umgang mit der Aufschieberitis

von
Beate Rahn
|
14.08.2019 | 0 Kommentare
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Wer kennt das nicht? Unangenehme Aufgaben werden verschoben bis es nicht mehr geht. Dieses erlernte Verhalten wird zunehmend untersucht und nennt sich ‚Prokrastination’ (lat. Zusammensetzung aus pro „für“ und crastinum „Morgen“). Das Gegenteil ist die Präkrastination, der Drang alles sofort zu erledigen.

Um der unangenehmen Aufgabe auszuweichen werden zahlreiche Ablenkungsmanöver versucht, da werden die Fenster geputzt, der Kühlschrank leer gegessen oder die Oma angerufen. Das ist immer gleichzeitig verbunden mit Gewissensbissen und Versagensangst, das Aufschieben kostet uns immense Energie.

Ein 1. Schritt im Umgang mit der Aufschieberei ist die Akzeptanz. Je sanfter wir mit unserem Verhalten umgehen, umso eher können wir es verändern. Wenn wir uns selbst verurteilen und streng mit uns sind, wird uns das Verhalten länger erhalten bleiben. Die Ursachen für das Verschieben sind komplex und reichen von Überforderung bis zum unzureichenden Verständnis der Aufgabe. Die Verschiebung kann auch nützliche Seiten haben: Während ich mich ablenke, kann die Aufgabe im Hintergrund ‚offline’ weiterreifen, so kann ein kreativer Prozess entstehen, der durch das sofortige Abarbeiten der Aufgabe nicht hätte entstehen können.

Im 2. Schritt können Methoden zur Selbstdisziplin Früchte tragen, wie z.B.: die schrittweise Annäherung an die Aufgabe durch Einteilung in Teilziele, das Festlegen der Deadline, Rituale auf dem Weg zur Erledigung zur Aufgabe, sozialer Druck oder gar Strafe, oder auch die klarere Definition der Aufgabe durch die Führungskraft.

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