Persönlichkeit des Mitarbeiters beachten

von
Ludger Bettmer
|
01.02.2017 | 0 Kommentare
Average: 5 (13 votes)
Abonnieren
Führungskräfte wollen auf das Verhalten Ihrer Mitarbeiter Einfluss nehmen. Wie auch Eltern auf das Verhalten ihrer Kinder, Lehrer ihrer Schüler, Trainer ihrer Sportschützlinge, usw. Das ist gewollt und wird auch erwartet. Nun reagieren Menschen verschieden auf Einflussnahme ihrer Chefs, ihrer Eltern, ....

Das liegt u.a. an ihren unterschiedlichen Temperamenten und an ihrem aktuellen Gefühlsleben; ebenso spielt der Intellekt eine Rolle, wie auch die Art zu kommunizieren. Solche Merkmale bilden die Persönlichkeit eines Menschen.

Wie sollten sich Führungskräfte angesichts so unterschiedlicher Persönlichkeiten verhalten, insbesondere wenn eigenständiges Handeln vom Mitarbeiter erwartet wird? Drei Strategien sind denkbar: (1) der Befehl von oben, (2) der Appell an die Einsicht und (3) eine Orientierung an der Persönlichkeit.

Der Befehl von oben ist in jedem Fall der bequemste Weg. Vielleicht findet er deshalb heute immer noch so häufig Anwendung. Es mag Fälle geben, wo dies sinnvoll und vielleicht sogar notwendig ist. In den meisten Fällen wird er allerdings wirkungslos oder zumindest wirkungsarm sein. Häufig steht diese Anordnung ja auch – ausgesprochen oder nicht – in Verbindung mit einer Drohung: Wenn nicht ..., dann ... Damit entstehen auch Aversionen gegen den Drohenden. Eigenständiges Handeln? Eher Fehlanzeige.

Der Appell an die Einsicht spricht das Verständnis der Mitarbeiter an. Aber auch diese Vorgehensweise ist häufig ziemlich pauschal und weniger an Inhalten orientiert. Häufig tragen Mitarbeiter die mit dem Appell verbundenen Entscheidungen und deren Folgen nicht. Je nach Schwere des Falls kann also auch in diesen Situationen eine innere Abwehrhaltung entstehen, die wiederum eigenständiges Verhalten nicht fördert.

Die schwierigste Vorgehensweise ist für die Führungskraft die Orientierung an der Persönlichkeit des Mitarbeiters. Die Führungskraft muss in diesem Fall auf die ganz spezielle innere Verfasstheit des Mitarbeiters eingehen. Ein Patentrezept für ein solches Verhalten gibt es nicht. In jedem Fall muss die Führungskraft aber die Persönlichkeit seines Mitarbeiters kennen, er muss sich in ihn und seine Gedanken, sowie in seine Gefühlswelt versetzen können. So kann die Führungskraft in einen positiven und wirkungsvollen Kommunikationsprozess mit dem Mitarbeiter gelangen und dann auch eigenständiges Handeln vom Mitarbeiter erwarten.

Kommentare