Sog zur Eindringung

von
Franz Arnold
|
05.02.2020 | 1 Kommentar
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Führungskräfte, zumal Geschäftsführer, sollten sich vor allem der Strategie und der Steuerung ihres Unternehmens sowie der Führung ihrer Mitarbeiter widmen. Die Ausrichtung der Aktivitäten und die Erhaltung einer produktiven Zusammenarbeit sind grundlegend für den Unternehmenserfolg.

Die konzeptionelle Arbeit in den verschiedenen Fachbereichen sollte von den dort Verantwortlichen wahrgenommen werden. Teil der Führungsaufgabe ist es, für die hinreichende Kompetenz in den unteren Ebenen zu sorgen, damit eine konsequente Delegation möglich ist.

Die Realität sieht vielerorts anders aus. Die Vorgesetzten wirken in verschiedener Form bei der Arbeit ihrer Mitarbeiter mit: Sie machen Vorgaben im Detail, lösen Probleme, korrigieren Ergebnisse, sorgen für Arbeitsfortschritt – und dies nicht nur im Ausnahmefall sondern in der Regel.

Dieses Verhalten schwächt das Unternehmen. Die in den Fachbereichen Verantwortlichen tragen nicht genug Verantwortung, sie sind nicht wirklich eigenständig und arbeiten im Windschatten ihrer Vorgesetzten. Damit werden ihre Kreativität und ihr Engagement zu wenig wirksam.

Auf der anderen Seite ist der Vorgesetzt überfordert: Der Umfang seiner Aktivitäten ist zu groß und er wird den vielfältigen Aufgaben in den unteren Bereichen nicht optimal gerecht. Darüber hinaus ist sein Fokus zu wenig auf Strategie und Führung, und Teile seiner Verantwortung sind nicht abgedeckt.

Kommentare

Ich würde den Gedankengang noch gerne erweitern. Viele Führungskräfte können nur dann delegieren, wenn sie Vertrauen haben, dass sich die Mitarbeiter über lange Zeit erarbeiten müssen. Die Mitarbeiter werden so lange "erzogen", bis sie genau die Ergebnisse liefern, die die Führungskraft selber auch erstellt hätte, quasi wie "selbst gemacht". So kommt aber nichts Neues hinzu. Der Weg zu guten Ergebnissen beginnt mit einem Vertrauensvorschuss und einer zwar klaren, inhaltlich aber offenen Zielvereinbarung. Die Führungskraft coached und unterstützt, akzeptiert aber das erarbeitete Ergebnis. Spätestens hier hört meistens die Theorie auf.