Verantwortung braucht Vertrauen

von
Ludger Bettmer
|
25.07.2018 | 0 Kommentare
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In den vergangenen Tagen las ich Zitate des Vorstandsvorsitzenden eines großen deutschen Unternehmens zum Thema Verantwortung. So zum Beispiel: „Wir arbeiten wirklich nicht als Team.“ Er verlangte einen „Kulturwandel“ und forderte von seinen Mitarbeitern: „Jeder einzelne muss Verantwortung für seinen Bereich übernehmen, Dinge infrage stellen und gegebenenfalls verändern.“

So weit so gut. Aber woran liegt es, dass die Mitarbeiter keine (oder zu wenig)  Verantwortung übernehmen? Ich kenne den angesprochenen Einzelfall nicht und dann sollte man auch vorsichtig mit Urteilen sein. Aber die adressierte Problematik ist ein Indiz für ein allgemeines Phänomen und passt in die Reihe unserer Blogbeiträge zum Thema Agilität. Die Kehrseite von Verantwortung ist nämlich Vertrauen.

 

Verantwortung kann man allerdings dauerhaft nur übernehmen, wenn einem auch Vertrauen entgegengebracht wird. Gute Führung bedeutet, Mitarbeitern zu vertrauen. Dafür brauchen sie Ressourcen (z.B. Zeit und Geld) von ihren Vorgesetzten, die mit tatsächlichem Entscheidungs- und Bewegungsspielraum verbunden sein sollten. Auf diese Weise können Mitarbeiter eigenverantwortlich handeln und ihre Aufgaben erledigen.

 

Und der Bezug zur Agilität? In unseren schnelllebigen Zeiten müssen vor Ort, also an der Front Sachverhalte schnell und unbürokratisch geklärt und entschieden werden, möglichst so, dass der Kunde zufrieden ist. Das ist ein Kernanliegen von Agilität. Es geht nur, wenn Verantwortung und damit aber auch Vertrauen verlagert werden. Ständiges Absichern und Zurückdeligieren passt nicht in agile Konzepte.

 

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