Verlierer der Digitalisierung?

von
Gerd Scheuermann
|
28.06.2017 | 0 Kommentare
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Alle Welt redet von der Digitalisierung. Autonome Fabriken als Vision mit wenigen hochspezialisierten Mitarbeitern. Entscheidungen durch Maschinen. Wohin die Reise gehen wird, ist offen, bleibt spannend.

Was bedeutet dies aber im Konkreten, im Hier und Heute für Menschen in Bezug auf Ihre Arbeits- und Lernfähigkeit? Lebenslanges Lernen ist das oft gehörte und auch beliebte Stichwort und Rezept, um damit umzugehen. Damit entgeht man vermeintlich jedem Risiko.

Dahinter stecken für mich eine gute und eine nicht ganz so gute Nachricht.

Zuerst die gute Nachricht: Aus der zunehmenden Automation hätte der Einzelne (u.U. nur theoretisch) mehr Zeit, sich Kompetenzen für dieses Thema zu erarbeiten bzw. immer wieder (laufend) zu aktualisieren.

Die schlechte Nachricht kommt eher aus Erfahrungen im Leben. Diskussionen in einigen Gesprächskreisen begrenzen das Thema „Lebenslanges Lernen und Erfolg“ darauf, dass dies schlussendlich nur eine Frage des Einsatzwillens und entsprechender Disziplin sei.

Aber jeder Jeck ist anders. Menschen erfahren Begrenzungen ihrer Lernfähigkeit: Geistige Kapazität, Konzentrationsvermögen, Gedächtnis, analytisches Denken und vieles mehr sind eben nicht gleich verteilt. Diese Menschen könnten die Verlierer sein – je nachdem wohin die Reise geht. Abgesehen von der gesellschaftlichen Verantwortung, sollte man auch auf der Mikroebene des Betriebes in der Personalentwicklung schon heute überlegen, mit welcher Strategie diese Mitarbeiter möglichst zahlreich mitgenommen werden können.

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