Wie oft sollten Personalgespräche statt finden?

von
Ludger Bettmer
|
26.04.2017 | 0 Kommentare
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Anfang diesen Jahres führten wir eine Umfrage unter den Lesern unseres Blogs durch. In diesem Zusammenhang wurde auch danach gefragt, zu welchen Themen weitere Beiträge gewünscht werden. Aus den zahlreichen Antworten greife ich eine Anregung auf und stelle einige Gedanken dazu vor. Das angesprochene Thema: Personalgespräche.

Denke ich über diesen Begriff nach, fällt mir zunächst ein, dass es sich um eine formalisierte, nach bestimmten Regeln ablaufende Methode der Mitarbeiterführung handelt. Im Rahmen von Planungsgesprächen werden mit den Mitarbeitern möglicherweise Ziele für das kommende Jahr vereinbart, vielleicht wird sogar über die Höhe eines Bonus bei Erreichung der Ziele gesprochen. Dies alles wird schriftlich festgehalten und auf "WV gesetzt": Wiedervorlage in einem Jahr beim nächsten Planungsgespräch. Häufig gibt es "Zwischenstationen", die dazu genutzt werden, um den aktuellen Stand der Zielerreichung mit dem Mitarbeiter zu diskutieren.

Dies macht Sinn und soll hiermit auch nicht in Frage gestellt werden. Was passiert nun aber in der Zwischenzeit? Ist es nicht wichtig, auch mit den Mitarbeitern zu kommunizieren, wenn aktueller Handlungsbedarf auftritt? Ich meine JA. Eine Führungskraft sollte auch dann den Kontakt zu seinen Mitarbeitern suchen, wenn es vordergründig keinen konkreten Anlass zu geben scheint. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, über die an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden soll. 

Meine Erfahrung zeigt, dass ungeplante Gespräche mit den Mitarbeitern für beide Seiten eine gute Investition darstellen. Oft werden zeitliche Gründe angeführt, dass so etwas nicht möglich sei. Das ist sicher auch häufig richtig. Aber der Nutzen einer spontanen Kommunikation kann sehr groß sein. Es können zum Beispiel Probleme diskutiert werden, die beim nächsten geplanten Gespräch schon nicht mehr aktuell sind, sich dann aber vielleicht in eine nicht gewollte Richtung entwickelt haben. 

Sprachlosigkeit ist keine Methode der Personalführung. Informieren, diskutieren, unter Umständen gemeinsam entscheiden, das sollte nicht nur nach einem verabredeten Plan geschehen. Es geht dabei auch darum, dem Mitarbeiter ein positives Zeichen zu geben. Er wird ernst genommen. Im privaten Bereich sprechen wir ja auch mit Familie, Freunden und Bekannten spontan. Warum nicht im geschäftlichen Kontext? Bestimmt werden einige Leser jetzt denken "Das mache ich schon". Gut. Aber es gibt auch Führungskräfte, die dies als Last empfinden, oder dies aus anderen Gründen so nicht praktizieren wollen. Diesen Lesern möchte ich mitgeben, darüber nachzudenken. Vielleicht ergeben sich daraus neue Sichtweisen auf die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern? Es würde mich freuen.

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